Titel/Thema des Projekts:
Die Umsetzung von Gesetzes-Innovationen im sonderpädagogischen Bereich
Laufzeit des Projekts:
09.2007 - 09.2009
Forschende Institution(en):
Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Zürich
Projektleitung:
Barth Daniel
Projektmitarbeitender:
Gschwend Raphael, Kocher Mirjam
E-Mail:
Kurzbeschreibung und Ziele:
Das neue Volksschulgesetz vom Kanton Zürich (7. Februar 2005) enthält einen Abschnitt „Sonderpädagogische Massnahmen\". Das Gesetz fordert in diesem Bereich eine integrative Ausrichtung der Volksschule. Als einzelne Massnahmen kennt das Gesetz integrative Förderung, Therapien (Logopädie, Psychomotoriktherapie und Psychotherapie), Aufnahmeunterricht und Aufnahmeklassen, Einschulungs- und Kleinklassen sowie Sonderschulung. Durch präzise Indexierung der Stellenprozente, welche pro Lernende für die einzelnen Massnahmen zur Verfügung stehen, versucht das Gesetz das Wachstum des sonderpädagogischen Angebots zu stoppen. Das zentrale Erkenntnisinteresse der Forschung bezieht sich auf die Frage, inwieweit dies im Zeitfenster der Gesetzesumsetzung gelingt. Damit verbunden ist die Frage, wie die einzelnen Schuleinheiten die Heterogenität ihrer Schülerpopulation mit den zur Verfügung stehenden organisatorischen Mitteln bewältigt und mit welchen strukturellen (institutionelle Voraussetzungen) und personalen Faktoren (Einstellungen der Lehrpersonen) die gefundenen Lösungen zusammenhängen.
Die quantitative Teil der Untersuchung fokussiert folgende Fragestellungen:
1. Wie verteilen sich die oben erwähnten sonderpädagogischen Massnahmen innerhalb der untersuchten Schuleinheiten? Wie verändert sich der Anteil der SchülerInnen mit integrativer Förderung innerhalb der Regelklasse?
2. Wie verändert das neue Verfahren („Schulisches Standortsgespräch\") gemäss § 37 bis § 39 VSG die Praxis der kooperativen, interdisziplinären und individuellen Förderplanung und die Einschätzung der Lehrpersonen bezüglich der inklusiven Qualität der Schulpraxis.
Im qualitativen Teil der Forschung steht die Perspektive der SchülerInnen im Vordergrund.
3. Wie leben und lernen SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Schuleinheiten, welche sich durch eine hohe/tiefe inklusive Qualität der Schulpraxis auszeichnen?
4. Welche Einstellungen gegenüber Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf lassen sich eruieren bei den Lehrpersonen in Schuleinheiten, welche sich durch eine hohe/tiefe inklusive Qualität der Schulpraxis auszeichnen?
Die Ergebnisse dieser Implementationsstudie stellen einerseits eine empirische Grundlage für bildungspolitische Steuerungsprozesse dar, andererseits resultieren konkrete Eckdaten (i.S. einer best practice) für eine gelingende Integrationspädagogik im Rahmen der Regelschule.
Geografischer Raum:
Deutschschweiz
Auftraggeber:
Pädagogische Hochschule
Finanzierung:
Die oben genannte(n) Institution(en)
Behinderung:
Behinderung allgemein
Lernbehinderung
Integration